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Ein Tag in Chereponi

In anderen Teilen der Welt steht man auf weil der Wecker klingelt. Hier in Chereponi steht man auf weil die Sonne aufgeht und die Frauen mit ihren Reisigbesen den Boden fegen wollen auf dem man schlaeft. In den den Raeumen ist es naemlich zu heiss auch wenn es Nachts auf etraegliche 30 Grad C abkuehlt (ich habs nachgepruft). Beim morgendlichen Gang aufs Plumsklo erstarren 3 Kinder im hof zu stein, und zucken nicht mal mit der wimper bis ich im klo bin. Dann fahre ich zu "meiner" Schule, der Evangelical Presbyterian Junior High School(Klasse 7-9, etwa 300 Schueler) und trefffe dort zum offiziellen Schulbeginn nur einen einzigen Lehrer an, das ist meistens so. Als ich Science in der 9.Klasse unterrichte sind nur die Haelfte der Schueler da, die anderen wurden von der Schule verbannt weil sie aufgrund eines Ex-Lehrers die Extralessons am Nachmittag geschwaenzt und einen Schafsbock fuer den Erfolg ihrer Abschlusspruefungen geopfert habe. Ishaku, der Ex-Lehrer ist natuerlich nicht zu finden und die Schueler buessen jetzt fuer den Bloedsinn den er ihnen erzaehlt hat, aber sind natuerlich auch selber schuld. Die anderen Lehrer finden das schafsopfer uebrigens alle bloedsinnig, glauben aber dennoch an geister und unsichtbare zwerge.... Nach 2 stunden unterricht sitze ich wie die anderen 7 Lehrer auch hauptsaechlich rum und warte auf die glocke die die Schule um 1 uhr beendet...

Kaum zuhause kriege ich auch schon jede Menge besuch. Waehrend des Essens(Yam mit groundnutpowder, pepper and wagashi=kartoffelaehnliches mit erdnusspulver, scharfer tomatensosse und frittiertem Kaese...herrlich) kommt Solomon, ein junger Rastafarian der mir Rastas machen will, dann Watara, der Fluechtling, dem ich brieffreunde in Deutschland beschaffen soll(jemand interessiert?), dann Alhassan, dem ich "Plays of Westafrica" ausgeliehen hab und der ein viel zu gutes gedaechtniss hat und mir jetzt in einer Stunde das halbe buch runterzitiert(ich habe keine Chance ihn zu stoppen). Zwischendurch versuche ich mein zimmer auszufegen und meinen muell wegzubringen, es gibt hier in chereponi zwar keine muelleimer aber zwei "container" die manche Leute benutzen. Danach wasche ich noch ein wenig: Ich fuelle wasser in einen Eimer, kippe OMO (waschmittel)und meine klamotten dazu und reibe und und schuettele mit proffessionellen ghanaischen methoden. Dann mach ich das ganze mit den gleichen Klamotten nochmal (aber mit anderem wasser und waschmittel, ihr habts erraten). Schliesslich wasche ich nochmal ohne waschmittel und haegne die waesche dann auf eine der vielen Leinen die im Hof gespannt sind. Dann esse ich gekochte bohnen die madam efi(meine Landlady) fuer mich gekocht hat bevor sie auf den Markt zum brotverkaufen ging und breite meine matte aus. Danach haenge ich das Mosquitonetz darueber. Obwohl es hier keinen Strom gibt ist in der NAcht meist noch viel los, es gibt 2 Moviecenter in denen mit generatoren betriebene Fernseher droehnen und auch radio auf maximallautstaerke gibt es alle 100 meter. Ich schlafe trozdem schnell ein.

12.4.08 16:09
 


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