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Im Dorfe

Jetzt hab ichs endlich geschafft! Seit einem Monat lebe ich in cheriponi (sprich Tscherr-pe-ni). Es ist jetzt kein richtig kleines Dorf, es hat immer noch mehrere tausend Einwohner, ABER es hat keine Pipeline(kein fliessend wasser), keinen Strom, keinen Supermarkt, keine deutschen(und fast keine weissen), die Strassen sind nur Staubpisten, es gibt kein Internet und keine Bank wo ich geld abheben kann etc.... UND ich habe meine eigene Rundhuette. Die waende sind aus Lehm, das Dach aus Stoecken und Gras...herrlich! Das war der Plan...

Ich arbeite wieder als Lehrer, aber diesmal nicht an einer Grundschule sondern einer Junior High School (Klasse 7-9). Die Kinder dort koennen besser Englisch reden, nur schreiben und lesen ist bei vielen ein problem. Ich unterrichte ICT (INformation and Communication Technology) in Klasse 1a und 1b, es geht hauptsaechlich um Computer. Die Idee ist nicht schlecht, aber nahezu undurchfuehrbar. Die Schule hat zwar einen Computer(selbst gekauft von Geld das die Schueler bei der Baumwollernte verdient haben), aber keinen Generator (wir erinnern uns: Kein Strom). Also muss jedesmal einer geliehen werden wenn man den COmputer benutzen will... Die Lehrer haben wenig Ahnung von Computern, sie haben zwar eine art fortbildung gemacht, die aber auch eher theoretisch war und ihnen nicht viel gebracht hat. Aufgrund der schwierigkeit den Computer zur Schule zu bringen und nen generator zu organisieren (erst war der Lehrer der den computer in seinem ZImmer hatte verreist, dann der Generator kaputt, dann kein Geld fuer Benzin da, dann ders kaufen sollte zu vergesslich oder zu faul....and so on) hab ich bis jetzt nur "Theorie" gemacht. DAs wurde mir auch von den Lehrern waermstens ans Herz gelegt, der einzige Tag an dem der Computer zur Schule fand war der Elternsprechtag, wo er stolz praesentiert wurde! Schulen hier und in Deutschland sind letztlich eigentlich ziemlich gleich...

Ich blieb allerdings hartnaeckig und tatsaechlich war der Computer letzten mittwoch im "Klassenraum", der ein Dach unter einem Baum ist, weil die Schule kein richtiges Gebaude hat. Das einzige was der Computer jedoch tat, war einen grossen Knall von sich zu geben und zu rauchen, arrrrggghh! Tja, gut dass ich ohnehin nach Tamale wollte um mein Visum zu verlaengern und Geld abzuheben, ich hab ihn mitgenommen und er wird grad repariert.  

17.2.08 16:30


Die Location

Cheriponi hat meinen Informationen nach etwa 15.000 Einwohner, es sieht allerdings nicht gross aus, ich haette weniger geschaetzt... Es liegt an einem kleinen see, Damm genannt, der vermutlich der grund fuer die ansiedlung ist. ZU diesem See fahren den ganzen Tag hunderte von Eseslskarren (deren ZAhl die der Motorisierten Vehikel bestimmt ums 10 fache uebertrifft) mit grossen Metalltonnen beladen in die Wasser gefuellt wird, viele von ihnen kommen viele kilometer bis zum see. Die Landschaft um Cheriponi herum ist leicht huegelig und es gibt dort ein paar baeume, vor allem ist es jedoch vertrocknet, sandig, braun und verbrannt, an vielen Stellen haben Jaeger Buschbraende entfacht um kleintiere zu fangen und inzwischen ist echt alles eher schwarz als braun... eher ne Wueste. Es gibt allerdings in fast jedem Dorf Brunnen, die Leute scheinen (noch) nicht an Wasserproblemen zu leiden (bis zur naechsten regenzeit dauert es allerdings nocht mehrere Monate). Es gibt auch einen Fluss, ca. 25 km von cheriponi entfernt, genannt Oti, etwa 10 m breit momentan, in der regenzeit viel groesser. Bis zur Grenze von Tog ist es nicht weit, allerdings weiss ich nicht wie das mit visum ist, ich werd aber bald mal versuchen das rauszukriegen...

Das Grossdorf selbst hat erstaunlich viele Schulen, viele von Kirchen oder Hilfsorganisationen gebaut. Meine Lieblingsschule ist die " Technical Senior HIGH SCHool" deren technischer Zweig grad leider nicht unterrichtet wird, aber es gibt ja auch noch kunst und landwirtschaftskunde... Aufgrund einer bestimmt gut gemeinten Reform der Regierung wurden dieser Schule vor 3 Jahren 200 Schueler aus der gesammten Region zugewiesen fuer die die Schule keinerlei unterbringung hatte und von denen 193 direkt wieder abreisten weshalb die Stufe 12 dort jetzt nur 7 Schueler hat...
Humor ist ja bekanntlich wenn man trotzdem lacht...

Es gibt alle 6 Tage einen grossen Markt, ein grosses Ereigniss, das zum aerger der Lehrer jedesmal da zu fuehrt das niemand zur Schule kommt und als Folge davon alle Schuler mit dem Stock geschlagen werden...und bei naechsten Markttag das gleiche Spielchen von vorn... 

 

17.2.08 16:54


Leerkoerper

Das verhaeltnis zwischen Lehrer und Schueler ist hier natuerlich schon anders. DIe Schueler werden zu allerhand arbeiten fuer ihre Lehrer herangezogen von in der Pause essen kaufen laufen bis stundenlanges Wasserschleppen... Die Lehrer sehen es als ihr natuerliches Recht, da sie ja auch viel fuer die Schueler tun und nur eine kleine gegenleistung wollen... Die meisten zwingen die Schueler auch nicht wirklich, viele Schueler scheinens gern zu machen, aber manchmal  uebertreiben  manche Lehrer auch echt und vrdreschen schonmal ne ganze Klasse weil das wasser nicht puenktlich da ist, speziell einer kommt dann richtig in Fahrt und schlaegt um sich wie ein berserker... das finden die anderen lehrer allerdings auch nicht gut...sagen aber nix. Schwer nen endgueltiges Urteil zu faellen. 
17.2.08 17:02







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