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Phil- hippo

Vor gar nicht so langer Zeit froehnte ich der lieblingsbeschaeftigung ghanaischer maenner -am Strassenrand sitzen und eine gepflegte Unterhaltung fuehren- als ploetzlich ein Pferd ueber die Strasse lief. Ich sagte so etwas wie "Wow, thats a big horse" woraufhin einer der Maenner ein Gespraech mit mir anfing bei dem sich herausstellte das er der Sohn eines Chiefs (frueher haben die Eurpaeer solche Leute Haeuptling genannt) ist und sein Vater(wie alle Chiefs) ein Pferd hat, ob ich das vielleicht mal reiten wollte? Da sagte ich natuerlich nicht nein und einige Tage spaeter hats tatsaechlich geklappt und wir sind in sein Dorf gefahren, das am Stadtrand von Tamale liegt und wahrscheinlich bald ein Stadtviertel sein wird. Es gibt in Ghana offensichtlich keine Weiden oder Staelle, das Pferd lief einfach so in der Gegend rum...(allerdings mit nem Strick um 2 Beine, damit es nicht wirklich schnell rennen kann) Wenn man reiten will laeuft das folgendermassen: 1. Man sucht das Pferd( indem man sich durchfragt) 2. Man nimmt sich nen Stock, fuchtelt damit herum und ruft: "Go to the house" 3. Man wartet bis sich das Pferd in seine Ecke im Chiefpalast gestellt hat und sattelt und zaeumt es dann... Dann ist erst der grosse Bruder meines Kontaktmannes geritten bevor ich durfte. Das Gebiss war natuerlich sehr scharf und Sporen wurden auch grosszuegig eingesetzt, aber wenn man vernuenftig damit umgeht ist es eigentlich okay. Ich hab mich gegen Ende auch richtig gut mit dem kleinen Araberhengst verstanden, war ein sehr ruhiger und lieber... Nur von Gewichtshilfen hatte er noch nie was gehoert. Auch noch interessant: Einmal wollte ich rueckwaerts richten, das wurde mir direkt verboten, weder der Chief noch sein Pferd weichen jemals zurueck!

2.1.08 12:40


Kurze Betrachtung zur Bettlermentalitaet

...die hier schon recht weit verbreitet ist. Natuerlich bin ich nicht ueberrascht von Bettlern oder Armen angebettelt zu werden, ich geb ihnen auch manchmal was obwohl ich immer noch nicht weiss ich ich damit jetzt helfe oder schade. Das Seltsame ist, das man von nahezu jedem angebettelt wird. Die Kinder koennen meistens etwa drei brocken englisch: Hello, Im fine und give me 2000! Die Mitglieder meiner Gastfamilie haben mich schon oefters nach Geld gefragt, meistens kleine Summen, obwohl sie nicht arm sind. Gut angezogene Leute auf der Strasse meinen "Give me anything you have" (meint: Gib mir irgendwas, was auch immer es ist).Nach Weihnachten wurde ich von vielen Leuten gefragt warum ich ihnen denn nichts geschenkt haette, wenn ich dann gefragt habe wo denn mein Geschenk sei haben sie dann gelacht und es war ok, aber wenigstens versucht haben wollten sie es schon... Erwachsene Maenner fragen dann vielleicht nicht mehr nach Geld, sondern nach Adresse, Telefonnummer oder ob sie unser Handy haben koennen wenn wir gehen... aber betteln ist sehr normal hier und den bettelnden auch nicht halb so peinlich oder unangenehm wie uns die wir immer wieder "Im sorry" sagen muessen oder zum 100. mal erklaeren warum wir unser Handy wirklich brauchen und uns nicht einfach ein anderes kaufen koennen. Traditionellerweise teilt man hier so gut wie alles was man hat und aus dem "Die Reichen muessen den Armen geben" ist hier in den Staedten anscheinend so eine Art "Die Armen muessen sich von den Reichen nehmen" geworden. Interessanterweise ist es in den Doerfern ganz anders, dort wird man oft beschenkt, was mich zu der Annahme verleitet, dass die Nehmerqualitaeten der Staedter irgendwie dem ungesunde Einfluss des westlichen Kapitalismus zu verdanken sind der in den Staedten schon den Ton angibt.

2.1.08 13:05


I have a dream...

That in small time i can go to europe,                                                      If only a white man give me address than there is hope,                             I just pray that god give me money,                                                         Then I go there and earn more and fine a white honey,                               If only god want i will also be famous person,                                            I call my mama and she will be so proud of her son!                               

2.1.08 13:16


BOOM!

Manaf hat mich und noch ein paar andere slimingas letztens mit auf eine richtig grosse Beerdigung genommen. Kurz vorher hat mich noch wer gefragt ob man wohl die Handys ausmachen muss, diese Frage hat sich aber recht schnell eruebrigt denn Beerdigungen sind hier vor allem eins: LAUT!!! Der Tote war ein richtig grosser Chief, weshalb die Chiefs aller umliegenden Doerfer anreisten. In deren Gefolge waren jede Menge Krieger, mindestens die Haelfte von ihnen mit sehr alten, schrotflintenartigen Gewehren. Die Hauptbeschaftigung dieser Krieger war das Abfeuern und Laden ihrer Waffen, die extrem laut waren... Es vergingen in den bestimmt 3 Stunden die wir da waren mit sicherheit niemals mehr als 10 sekunden ohne dass irgendwo ein Schuss zu hoeren war. Nachher bei dem Weg zur Hauptfestivitaet hatte ich schon ein ordentliches Summen im linken Ohr, als wir dann direkt neben der Kolonne standen, die um den Palast des Toten zog musste ich mir eine Stunde lang die Ohren zuhalten, es tat trotzdem richtig weh und noch drei Tage spaeter piepte es im linken Ohr... 
2.1.08 13:30


Die Rueckreise (Nachtrag)

Wie versprochen hier noch kurz die Rueckreise vom Strand nach Hause. Nachdem ich mich von Linda und Manu verabschiedet habe (die ich wahrscheinlich nie wiedersehen werde*schnief*) fuhr ich mit dem Taxi und dann Trotro (VW-Bus) nach Takoradi, so mitten in der Nacht war das irgendwie wie im Film, draussen zieht die Landschaft vorbei, in mir noch die wehmut des Abschieds, fehlt nur noch der passende Soundtrack... Nachts in Takoradi hab ich dann wieder sehr viele nette Leute getroffen die mir den Weg zu dem Hotel gezeigt haben in dem Angelika sich eingenistet hatte und es war schon seltsam als ich sie dann ploetzlich im Licht eines kleinen Tante-emma-Ladens stehen sah, es schien mir irgendwie so unwahrscheinlich wie leicht man sich in so nem grossen unbekannten Land wiederfinden kann. Am nachsten Morgen sind wir dann nach Kumasi gefahren und haben dort unter muehen eine billige Unterkunft gefunden. Am nachsten Tag sind wir noch nen bisschen in der Gegend rumgewandert und haben noch einen schoenen See und den Markt gesehen(der erstaunlich ruhig ist, obwohl er der groesste westafrikas sein soll). Gegen Abend haben wir dann in einem Medikamententransport nach Tamale Platz gefunden. Ein Paar Kisten und unsere Rucksaecke wurden kurzerhand aufs Dach gebunden(manche nennen die Ghanaer Packkuenstler, andere erklaeren sie fuer wahnsinnig, sie kriegen mindestens doppelt soviel auf ein Gefaehrt wie wir), und los gings. Unterwegs hatten wir noch einen Platten, was aber gar nicht so schlecht war, waehrend repariert wurde konnten wir naemlich raus und uns die fuesse vertreten und was essen... Ich habe Angelika dann noch fuer eine Nacht in meinem Raum Asyl gewaehrt bevor sie am naechsten morgen weitergefahren ist nach Wulugu.
2.1.08 13:56


Words of Wisdom

"If your life is free of failures, you're not taking enough risks"

"The secret is to get wise before you get old"

"You see things that are and say, Why? But I dream things that never were and say, Why not?"

"Eine Theorie zu der alle Fakten passen ist mit Sicherheit falsch, da auch einige der Fakten mit Sicherheit falsch sind" 

16.1.08 14:40


Fire-Festival

Am Freitag fand eins der groessten Feste der Dagomba statt, das Fire-Festival. Es ist ein bisschen wie eine Art ghanaisches Gegenstueck zu unserem Karneval. Fast die ganze Stadt war auf den Beinen und hat dem Umzug zugejubelt oder ist selbst mitgelaufen und mitgetanzt. Allerdings fand der nicht wie bei uns am hellichten Tage statt, sondern mitten in der Nacht. Die Kostueme bestanden auch weniger aus bunten Stoffen und troddeln, sondern eher aus Lederringen um die Oberarme, haufenweise Krallen, Federn und anderen Talismanen und jeder Menge Macheten(und nicht die Miniaturausgaben fuers Kinderzimmer) und Gewehre, von denen wie bei jedem Fest kraeftig gebrauch gemacht wurde... Die Musik war natuerlich auch eher getrommel und herumschlagen auf so ner art glocke als geplaerre aus dem Lautsprecher. Ich war in einer Gruppe Krieger die sich dem Platz naeherte an dem der Marsch losgehen sollte, als ploetzlich die schon anwesenden anfingen ihre aus Stroh gebastelten Kreuze aneinander anzuzuenden. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die brennenden Kreuze von der Mitte aus, als jeder seinen Nebenmaennern das Feuer weitergab... Danach ging der March los, bei dem die ganze zeit getanzt und getrommelt und geschossen wurde. Der Legende nach wurde der Marsch unternommen um den verlorenen Sohn eines Chiefs zu finden. Nach etwa andertalb Stunden hatten auf einmal alle Leute Zweige in der Hand und wir liefen zurueck, ich vermute mal das der Sohn wohl darunter lag. Abschliessend wurde noch ein Tanz vor jedem Krieger oder Chiefhaus veranstaltet um zu verkuenden dass der Sohn gefunden wurde.

sela 

22.1.08 11:04







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