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Ortswechsel

Tja ich hatte Lust nen bisschen fahrradzufahrn und auf einmal bin ich in Ougadougou. Davor liegen allerdings 4 Tage strampeln in einer Sonne die quasi den ganzen Tag im Zenit steht und alle Wolken wegbrennt. Hier hat es dieses Jahr noch nicht geregnet, wird aber vermutlich bald anfangen. Ich hab heute schon eine grosse, eher unfreiwillige rundtour durch Ouga gemacht als ich nach der Botschaft gefragt habe um mein visum zu verlaengern. Die Passanten hatten entweder keine ahnung und haben "Je ne connais pas" gesagt oder sie hatten keine Ahnung UND haben in die Richtung gezeigt in die ich fuhr und haben gesagt "Oui, c'est bon, tout droit tout droit" AAAArrrgh. Ich hab dann doch irgendwie die Stelle gefunden wo man die visen kriegt, uebrigens nicht die Botschaft, in der ein dicker Kerl hinter seinem Schreibtisch hing. Auf meine Frage nach dem Visum klagte er in schwer verstaendlichen franzoesich ueber seine erdrueckende Arbeitslast, ich sollte doch montag wiederkommen. Kein problem. Ich hab allerdings schon ein Visum fuer Mali, das war ungefaehr da wo ich angefangen hab nach der Botschaft zu fragen... Hier haben die franzosen der welt was gutes getan: Baguette! Yoghurt! Cafe au Lait! Ich bin schon in die lokale Rastakommune aufgenommen wo ich pennen kann, die Hotels sind viel zu teuer. Heute Nacht gehn ich zu nem Jazzfestival das grad laueft! Good evening

2.5.08 18:59


Eine Lektion in Demokratie

Momentan laeuft an meiner Schule die Wahl der "Prefects", sind so ne art klassensprecher. Es gibt einen fuer Sport(das heisst vor allem erste Hilfe), einen Circuit supervisor(er passt auf das gut gefegt wird, gut fegen ist der beginn eines guten Tages in jedem Haus und jeder Schule), ein paar andere und einen Senior Prefect(eine art schulsprecher). Nachdem die Kandidaten erst von den Lehrern geprueft wurden, dann eine Rede gehalten hatten und schliesslich von ihren mitschuelern gewaehlt wurden gab es ein kleines Problem: Die Schueler hatten den falschen Senior Prefekt gewaehlt, den der es nicht kann und den die Lehrer auf keinen Fall zulassen koennen... Also wurde eine Stichwahl zwischen den beiden top-kandidaten fuer dieses Amt durchgefuhert, die stimmen ohne das das beisein der Schueler gezaehlt und diesmal kam zum glueck das richtige ergebnis heraus... Die schueler wissen glaubich was passiert ist und haben somit wirklich und wahrhaftig eine Lektion in Sachen Demokratie in Ghana erteilt bekommen!

12.4.08 16:27


Schreibt mal ins Gaestebuch!

Schreibt doch mal, was von den Sachen die ich schreibe euch interessiert und wovon ihr mehr hoeren wollt(und wovon weniger. Und was ihr so macht und was ihr schon immer mal fragen und sagen wolltet, vielleicht ne kleine disskussion ueber entwicklungshilfe? Ich harre eurer Antworten!
12.4.08 16:16


Ein Tag in Chereponi

In anderen Teilen der Welt steht man auf weil der Wecker klingelt. Hier in Chereponi steht man auf weil die Sonne aufgeht und die Frauen mit ihren Reisigbesen den Boden fegen wollen auf dem man schlaeft. In den den Raeumen ist es naemlich zu heiss auch wenn es Nachts auf etraegliche 30 Grad C abkuehlt (ich habs nachgepruft). Beim morgendlichen Gang aufs Plumsklo erstarren 3 Kinder im hof zu stein, und zucken nicht mal mit der wimper bis ich im klo bin. Dann fahre ich zu "meiner" Schule, der Evangelical Presbyterian Junior High School(Klasse 7-9, etwa 300 Schueler) und trefffe dort zum offiziellen Schulbeginn nur einen einzigen Lehrer an, das ist meistens so. Als ich Science in der 9.Klasse unterrichte sind nur die Haelfte der Schueler da, die anderen wurden von der Schule verbannt weil sie aufgrund eines Ex-Lehrers die Extralessons am Nachmittag geschwaenzt und einen Schafsbock fuer den Erfolg ihrer Abschlusspruefungen geopfert habe. Ishaku, der Ex-Lehrer ist natuerlich nicht zu finden und die Schueler buessen jetzt fuer den Bloedsinn den er ihnen erzaehlt hat, aber sind natuerlich auch selber schuld. Die anderen Lehrer finden das schafsopfer uebrigens alle bloedsinnig, glauben aber dennoch an geister und unsichtbare zwerge.... Nach 2 stunden unterricht sitze ich wie die anderen 7 Lehrer auch hauptsaechlich rum und warte auf die glocke die die Schule um 1 uhr beendet...

Kaum zuhause kriege ich auch schon jede Menge besuch. Waehrend des Essens(Yam mit groundnutpowder, pepper and wagashi=kartoffelaehnliches mit erdnusspulver, scharfer tomatensosse und frittiertem Kaese...herrlich) kommt Solomon, ein junger Rastafarian der mir Rastas machen will, dann Watara, der Fluechtling, dem ich brieffreunde in Deutschland beschaffen soll(jemand interessiert?), dann Alhassan, dem ich "Plays of Westafrica" ausgeliehen hab und der ein viel zu gutes gedaechtniss hat und mir jetzt in einer Stunde das halbe buch runterzitiert(ich habe keine Chance ihn zu stoppen). Zwischendurch versuche ich mein zimmer auszufegen und meinen muell wegzubringen, es gibt hier in chereponi zwar keine muelleimer aber zwei "container" die manche Leute benutzen. Danach wasche ich noch ein wenig: Ich fuelle wasser in einen Eimer, kippe OMO (waschmittel)und meine klamotten dazu und reibe und und schuettele mit proffessionellen ghanaischen methoden. Dann mach ich das ganze mit den gleichen Klamotten nochmal (aber mit anderem wasser und waschmittel, ihr habts erraten). Schliesslich wasche ich nochmal ohne waschmittel und haegne die waesche dann auf eine der vielen Leinen die im Hof gespannt sind. Dann esse ich gekochte bohnen die madam efi(meine Landlady) fuer mich gekocht hat bevor sie auf den Markt zum brotverkaufen ging und breite meine matte aus. Danach haenge ich das Mosquitonetz darueber. Obwohl es hier keinen Strom gibt ist in der NAcht meist noch viel los, es gibt 2 Moviecenter in denen mit generatoren betriebene Fernseher droehnen und auch radio auf maximallautstaerke gibt es alle 100 meter. Ich schlafe trozdem schnell ein.

12.4.08 16:09


Hilfe

Hallo alle zusammen,

wie ihr ja schon wisst, habe ich angefangen zusammen mit einem Ghanaer ein wenig "Entwicklungshilfe" zu betreiben. Dieser Ghanaer namens Ernest hat bereits eine Entwicklungshilfe-NGO gegruendet und offiziell registriert, aber bislang erst ein Projekt (Aidsaufklarung) durchgefuehrt. Wir wollen Frauen aus zwei Doerfern nahe Chereponi (da wohne ich gerade) helfen genug Land zu bewirtschaften um sich zu ernaehren und auch einen Teil der Ernte verkaufen zu koennen. Das ist hier alles andere als einfach. Der Grossteil des Bodens ist durch Erosion und Misswirtschaft nahezu unfruchtbar, die Ehemaenner sind groesstenteils faul und das einzige Hilfsmittel ist die Hacke. Ausserdem fehlt ihnen aufgrund von ewiger Subsistenzwirtschaft natuerlich das Startkapital um Saatgut, Duenger zu kaufen oder einen Traktor zu mieten der das Land pfluegt    ( Ja, sowas gibt es hier. Es sind nicht alle arm). Als ich mit den Frauen geredet habe, berichteten sie mir, dass ihr groesstes Problem das pfluegen eines genuegend grossen Feldes ist(was sie normalerweise mit der Hand(!) machen, sie haben noch nicht mal nen Pflug, der von einem Esel oder Ochsen gezogen werden koennte). Das Saatgut werden sie schon irgendwie organisieren und auf den schlechten Boden kann man immerhin nocht Sojabohnen anbauen, auch ohne Duenger. Also wollen wir ihnen einen Traktor mieten und ihnen das dafuer erforderliche Kleingeld (20 Cedi, ca. 14 Euro pro Acre) leihen. Diese Leihgabe werden sie uns nach der Farming Season dann, in Form eines Teils ihrer Ernte, zurueckzahlen. Es ist also mehr ein Geschaeft als eine "milde Gabe". Mit dem Geld koennen wir dann neue Projekte finanzieren. Die Farming Season beginnt in ca. 1 Monat, und wir muessen bald mit dem pfluegen beginnen. Ich bitte euch also eure Entscheidung schnell zu treffen und moeglichst innerhalb von 2 Wochen zu spenden!

Pro 14 Euro koennen wir einer Frau einen Acre pfluegen. Es gibt natuerlich hunderte von ihnen, euer Geld wir also auf jeden Fall gut genutzt!

Konto-Inhaber: Dietrich Baum
Konto-Nummer:  100046630        
BLZ: 384 524 90
Kreditinstitut:  Sparkasse Wiehl
Verwendungszweck:  Frauen in Ghana


Spendenquittungen auszustellen ist fuer mich hier in Ghana nicht so ganz einfach, schreibt mir bitte falls ihr eine benoetigt, dann werde ich versuchen euch eine zu beschaffen. Koennte nen bisschen dauern, der Postweg ist doch etwas lang...

Wenn ihr noch Fragen habt schreibt einfach an diese mailadresse: <drudelstrudel@yahoo.de>

und habt Geduld.....
In Chereponi gibt es kein Internet und ich komme hoechstens einmal die Woche in die grosse Stadt.

Viele Gruesse,
Philipp-Max Aufo bie Maltiti Baum

12.4.08 15:37


Hilfsprojekt

Vorgestern bin ich mit Ernest, einem ghanaischen Lehrer, in zwei Doerfer namens Tombu und Chombusu gefahren. In jedem der Doerfer haben wir uns mit etwa 20 Frauen getroffen, denen Ernest und ich helfen wollen. Sie haben uns von ihren Schwierigkeiten ihren Kindern die Schule zu finanzieren, Kleidung zu kaufen, genug landwirtschaft zu betreiben und den faulen maennern erzaehlt. Ihre groesste Schwierigkeit in der Landwirtschaft ist das umpfluegen, das sie mit der Hand erledigen muessen. Dadurch koennen sie nur ein sehr kleines stueck land pfluegen und bewirtschaften. Wir wollen ihnen nun helfen, indem wir einen Traktor mieten und fuer die Frauen jeweils einen Acre pfluegen. Angepeilt sind 25 Acres fuer 25 Frauen,  was 500 cedi(etwa 380 euro) kosten wird. Allerdings koennten wir mit dem entsprechenden Geld auch noch wesentlich mehr Frauen helfen. Am ende der Farmsaison geben uns die Frauen die Frauen das Geld in Form eines Teils ihrer Ernte zurueck und wir koennen davon neue Projekte finanzieren. Jetzt koennt ihr euren Beitrag fuer eine bessere zukunft von vielen ghanaischen familien leisten und spenden! Ich werde bald ein Spendenkonto haben und die kontonummer allen leuten deren emailadresse ich habe schicken und  auch hier veroeffentlichen. Bis bald!
30.3.08 12:12


Die letzte person

Bei welcher nummer warn wir...ich glaub

10. Watara (Ex-policeofficer in Togo, jetzt nachtwaechter in ghana) Hat mir eine echt wilde geschichte erzaehlt: Vor langen Jahren war er einmal ein gemuetlicher Polizeibeamter an der grenze, nahm ab und zu nen paar schmuggler hoch und hockte ansonsten in seiner Huette und sah seine Kinder aufwachsen. Eines Tages jedoch wurden die politischen verhaeltnisse unter dem militaerdiktator haerter und watara sympatisierte mit der opposition. Waehrend seines dienstes kam ein kerl mit mp auf ihn zu und wollte ihn umlegen, er bedrohte ihn jedoch seinerseits  mit seiner pistole und konnte sich ins haus zurueckziehen. VOn dort aus telephonierte er mit seinen vorgesetzten die jedoch von nix wussten und nix hoeren wollten(also alles wussten). Er floh jedoch erst als ein schuetzenpanzer vor seinem Haus vorfuhr und die soldaten das haus durchsuchten nach ghana. Selbst dort suchte ein attentaeter nach ihm, wurde aber ausgetrickst... Jetzt will er von mir ne einlandung nach Deutschland. Hab ich noch nie was von gehoert das man ne schriftliche einladung eines deutschen zum einreisen brauch...gibts sowas?

23.3.08 17:37


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